Das ist jetzt 10 Jahre her...

Am 01. März 2009 machte ich mich auf dem Weg in mein neues Leben. In diesem neuen Leben hatte ich keinen Platz zum schlafen, kein Bankkonto, aber ich hatte einen Job. Etwas was ich seit 1993 nicht mehr hatte. Auch nicht nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium, in einem Bereich, das neu war, in dem mach "eigentlich" einen Job hätte finden müssen. 

Okay ich hatte für ca. einem Jahr so etwas wie einen richtigen Job. Es war ein Job in einer kleinen IT-Recruitment Firma in Berlin. Dort betreute ich die Webseite. Leider wurden mir Dinge versprochen, die letztlich nicht erfüllt wurden. Ich habe letztlich ein halbes Jahr für 350 DM und nach der Euro-Umstellung ein weiteres halbes Jahr für 250 Euro ca. 50 Stunden die Woche gearbeitet. Am Ende hatte ich genug von dieser Ausbeutung und ich bin gegangen.

Zur gleichen Zeit hatte ich eine Tutorenstelle an meiner Universität, wo ich Studenten die digitale Bildbearbeitung nahe gebracht habe. Leider war am Ende der zwei Semester, die ich da gearbeitet habe, keine Verlängerung akzeptiert. Also verließ ich auch diesen Job und ging zurück an die Universität, um Computerlinguistik zu studieren ... und wieder einen relativ gut bezahlten Job zu bekommen. Denn ob man es glauben will oder nicht, aber es war einfacher einen relativ gut bezahlten Job zu finden, wenn man sich als Studentische Hilfskraft bewirbt, als wenn man als Arbeitsloser wieder in die Arbeitswelt eintreten will.

Nach zwei Jahren Studium, ich musste mein Studium abbrechen, es wurde finanziell nicht mehr tragbar für mich. Ich hatte monatlich meine festen Kosten zu bezahlen und trotz meines Studentenjob, nicht genug. Also brach ich ab und konzentrierte mich wieder mehr darauf einen Job zu finden. Und da ich mehr und mehr den Glauben daran verlor, in Deutschland eine Arbeit zu finden, bewarb ich mich aktiv auch im Ausland. Dann kam ein Anruf von einer Agency, die mir einen Job in Schottland beschrieb und fragte, ob sie meinen Lebenslauf weiterleiten dürften. Sie durften. Zwei Wochen später hatte ich ein Interview. Und mir wurde noch in diesem Interview ein Job angeboten. Vollzeit und unbefristet.

Einen Monat später saß ich im Flugzeug mit 3 Koffern im Hold und flog mit einem Single Ticket nach Edinburgh.

Und hier fängt mein neues Leben an...

Heute waren wir einkaufen, der Mann und ich, und da habe ich diesen LG BluRay Player gesehen für 57 Pfund. Ich musste ihn haben. Zu Hause habe ich gleich alles angeschlossen (leider hatte ich das HDMI-Kabel vergessen und muss somit erstmal auf HD Qualität verzichten) und ausprobiert, ob alles klappt. Und was soll sich sagen, alles ist tuffig und supi. Und ich kann sogar meine externe Festplatte anschließen und einfach alles von da gucken. Ist das nicht fantastisch. Ich bin einfach nur begeistert.

Er hat gesagt, es wäre fantastisch und er hat es geschafft. Er hat zum 4. Mal die Snooker World Championship gewonnen.

Es sah so leicht aus und trotzdem war es kein Kinderspiel. Ali Carter war ein harter Gegner, der Ronnie den Titel nicht kampflos überlassen wollte. Aber schon als zu Beginn all die guten Spieler nach und nach rausflogen, hätte ich zu den Bookies gehen sollen, denn mein Favourit stand fest - Ronnie O'Sullivan. (Ich gebe zu, er ist jedes Jahr mein Favourit)

Diesjahr hat es geklappt und ich bin stolz wie Oskar, weil er echt göttlich gespielt hat. Jeder sagt das, sogar das Ken Doherthy, von dem ich überzeugt bin, dass er Ronnie eigentlich überhaupt nicht leiden kann. Es war Ronnies Snooker World Championship, es ist sein Spiel und diesjahr wurde es auch sein Titel!

Und wenn ich The Rocket richtig verstanden habe, hört er nicht auf. Und das wäre absolut das schönste Gerücht.

Heute war mein erster Arbeitstag nach 3 Wochen Krankheit. Ich hätte es durchaus noch eine Woche ausgehalten, aber man soll auf den Doktor hören und der meinte, es wäre nicht gut, wenn ich noch länger allein zu Hause geblieben wäre. Und wahrscheinlich hat er Recht. Das einzige, was ich toll fand, war das lange ausschlafen und das rumhängen und das lesen den ganzen Tag. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, während meiner Zeit off, meine Kindle Sachen weiterzumachen und Star Trek Bücher zu formatieren. Gemacht? Hab ich nichts. Naja, wer weiß, vielleicht war es gut so. Ich war ja im Kino, jede Woche einmal, obwohl ich die Zeit besser nutzen wollte, aber ich habe den A**** einfach nicht hochgekriegt. Nun ich habe "The Best Exotic Marigold Hotel", "The Artist" und "Kahaani" gesehen und alle waren toll. Nunja, ich ich hätte die Zeit besser nutzen können, aber ist das nicht der Grund für mein Zusammenbruch gewesen? Weil ich mir so viel vorgenommen habe und nicht wusste, wo ich zuerst anfangen sollte? Heute war wie gesagt mein erster Tag back at work. Es war okay, nicht zu stressig, aber geschäftig genug, um nicht in langeweile zu verfallen. Der Hammer war das Bild von Marco Kelly, das ich heute in der Kantine entdeckt habe. Unglaublich! Ich fass' es nicht!!!

Jetzt bin ich seit knapp 2 Wochen krank geschrieben und irgendwie habe ich das Gefühl es ist noch nicht besser geworden. Ich bin vergesslich und kann mich auf nichts konzentrieren. Ich versuche mit Freunden in Kontakt zu treten, die mir auch schnell antworten, die aber wiederum von mir Ewigkeiten auf eine Antwort warten, weil ich einfach nicht die Ruhe finde, mich hinzusetzen und ein paar Gedanken zusammen zu schreiben. Das hier? Ja, ich wundere mich auch gerade. Ein Anfall von 'ich muss das jetzt mal schnell loswerden' vermutlich. Eigentlich will ich ins Kino fahren und mir "The Artist" anschauen. Mal sehen, ob ich meinen A... hochkriege. Und morgen gehe ich wieder zum Arzt. Mal sehen, was der mir dann zu sagen hat.

Was habe ich geschrieben Anfang Januar über dieses "besondere" Jahr? So und nun haben wir schon das erste besondere Ereignis. Meine Omi ist gestorben und ich kann und will das einfach nicht glauben. Sie war doch okay?! Ich habe doch noch ein paar Tage vorher mit ihr telefoniert?! Ja, sie hatte ein bisschen eine krächzige Stimme, aber das kam von der Erkältung, die sie sich irgendwo eingefangen hatte. Aber sie kann doch nicht mir nichts dir nichts einfach so sterben. Sie war doch noch nicht mal wirklich krank! Ich finde das extrem unfair!

Jedenfalls: Am 9.Januar um 10.51 früh, ich war auf Arbeit, bekomme ich einen Anruf von meiner Mutter und ich wusste sofort was passiert ist, weil sie mich nie vormittags auf dem Handy anrufen würde. Ich konnte es nicht fassen, bin zusammengebrochen und habe geheult als gäbe es kein Morgen mehr. Gab es für mich auch nicht in dem Moment, denn meine Omi war gestorben! Das gute war nur, dass sie im Kreise der Familie starb, meine Mutter war da und hat gesagt, es ging ganz schnell und sie hat sich nicht gequält. Gott-sei-Dank!

Ich habe noch am gleichen Abend einen Flug gebucht, am nächsten Tag Urlaub genommen für die nächste Woche und den Rest der laufenden Woche als Trauertage von der Arbeit bekommen. Am Mittwoch bin ich dann nach Deutschland geflogen und am Freitag habe ich mein Omichen nochmal gesehen, bei der Verabschiedung am offenen Sarg. Es war gut, das so zu machen. Ich wollte sie sehen, es war mir gleich, dass sie mich nicht mehr zurück umarmen konnte. Am Sonnabend der folgenden Woche war dann die Beerdigung, das ganze Dorf war dabei. Erst als ich wieder zurück nach Schottland geflogen bin, habe ich angefangen wieder etwas Licht zu sehen.

Meine Omi ist jetzt bei Opa im Himmel und ich hoffe, sie schaut manchmal zu mir runter.

Ein gesundes neues Jahr für alle, die hier regelmäßig reinschauen.

Es ist ein Schaltjahr und wie bei so manch anderem wird auch dieses einiges passieren.

Schaltjahre gelten gemeinhin als besonders und nach meiner eigenen Erfahrung sind sie meist besonders anstrengend, die Arbeitslosenzahlen sind besonders hoch, Unglücke und Naturkatastrophen sind besonders schlimm und menschliche Ereignisse sind besonders traurig.

Hoffen wir, dass dieses eine Ausnahme ist und mal ganz normal ist.

Am Heiligabend um 10.15 ist Johannes Heesters gestorben. Er hatte seine Lieben um sich und schlief friedlich ein.

Es ist traurig, weil er so unsterblich wirkte mit seinem hohen Alter. Und, dass er trotz seines fehlenden Augenlichts und der Schwäche letztlich allein zu laufen, immer noch auf der Bühne stand und sang. Eigentlich wäre es ein Grund, seine alten Filme herauszukramen ... Ach es macht mich einfach traurig auch wenn 108 ein mehr als stolzes Alter war.

Unglaublich aber wahr. Johannes "Jopie" Heesters, der Held meiner Kindheit, der schoene aus "Heut geh'n wir ins Maxim" wird heute unglaubliche 108 Jahre. Und er scheint noch immer unerschuetterlich.

Ich kann mich noch erinnern, wie er vor 8 Jahren, damals bei Thomas Gottschalk in "Wetten, dass..?" an seinem 100. verlauten liess: "... und mit 105 bin ich wieder hier." Damals hat natuerlich niemand gedacht, dass das wirklich passieren wird, aber 5 Jahre spaeter sass er wieder bei Gottschalk auf der Couch. Und nun mit 108? Nun langsam wird er alt "uns Jopie", sein Augenlicht ist fast erloschen, er kann nicht mehr allein gehen oder stehen und nun musste er auch noch seine Geburtstagsgala absagen, wegen eines Schwaecheanfalls. Aber er lebt und auch wenn es andere Leute nicht so sehen wie ich, so hoffe ich doch, dass seine Gesundheit es zulaesst und er tatsaechlich die 110 erreicht.

Herzlichen Glueckwunsch, Jopie!